Anlagen von höchster Komplexität im Sondermaschinenbau fertigen

Begonnen hat alles mit den Babylonischen Schöpfwerken in Assyrien 700 v.Chr. Die allererste Drehbank wurde kurze Zeit später erfunden und Aristoteles entdeckte die Hebelwirkung 340 vor Christus. So könnte man die Entwicklung des Maschinenbaus kurz und bündig erklären. In der Zwischenzeit hat sich auch der Zweig des Sondermaschinenbaus entwickelt. Der Sondermaschinenbau ist spezialisiert auf die Herstellung von ganz besonderen, einzigartigen Maschinen und individuelle Aufträge.

Ganz im Gegensatz zu Serienmaschinen, befasst sich der Sondermaschinenbau nicht mit Maschinen die man von der Stange kaufen kann, sondern entwickelt ganz speziell nach Kundenwunsch Maschinen. Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen: Entweder werden Maschinen in Gänze neu entwickelt und gebaut oder bestehende an die Anforderungen der Kunden angepasst. Daher sind viele Maschinen im Sondermaschinenbau Einzelanfertigungen oder nur in geringen Auflagen erhältlich. Man kann die beiden Bereiche – Sondermaschinenbau und Maschinenbau – nicht strikt trennen. Der Übergang ist fließend. Beim Sondermaschinenbau handelt es sich, wie auch beim Maschinenbau, um eine typische Ingenieursdisziplin.

Schmiede und Schlosser haben ursprünglich hauptsächlich das Handwerk der Metallverarbeitung betrieben und daraus entstand in weiterer Folge der Zweig der Ingenieursdisziplin. Um als Ingenieur im Gebiet Sondermaschinenbau tätig zu sein, muss man sich in der Physik und der klassischen Mechanik auskennen sowie einen wissenschaftlichen Bezug haben. Diesen Fachbereich beherrschen Ingenieure, Techniker und Facharbeiter. Viele einzelne Punkte werden abgearbeitet, wenn es um den Bau einer Sondermaschine geht. Die Mitarbeiter kümmern sich um sämtliche Schritte – von der Idee bis zum Vertrieb. Diese Schritte sind jedoch bei jeder Maschine verschieden. Im Sondermaschinenbau fertigt man Artikel oder Anlagen von größter Komplexität. Große Projekte beinhalten auch schon mal ganze Fabriken oder große Fertigungsstraßen. Inzwischen werden die komplexen Maschinen zuerst mit Hilfe von CAD-Programmen am Computer gestaltet. So ist es machbar, anschließend eine Computersimulation zu durchlaufen und Schwachpunkte aufzudecken. Sowie diese Simulation positiv abgeschlossen ist, kann die Maschine gebaut werden. Wenn von einem vorhandenen Körper ein Computermodell hergestellt wird, dann spricht man im Sondermaschinenbau von einem Reverse Engineering. Diese Vorgehensweise findet man im Turbinenbau oder beim Bau von Autokarosserien, denn die Computermodelle können beliebig weiter bearbeitet werden.

Es ist jedoch ein großes Wissen in der Mathematik erforderlich, um im Sondermaschinenbau erfolgreich arbeiten zu können. Ohne Mathematik kommt man in diesem Bereich nicht weit. Das Arbeiten mit Gleichungssystemen, Differentialgleichungen und Simulationsalgorithmen sind Anforderung, um ein Modell zum Laufen zu bekommen. Die mathematischen Programme müssen auch immer wieder angepasst werden, da es einen rasanten Fortschritt in der Technik gibt. Im Sondermaschinenbau wurden auch die Richtlinien durch die Gründung der EU ein wenig vereinfacht. Jede Maschine musste bis dahin die Normen des einzelnen Landes erfüllen. Mittlerweile gibt es EU-weite Regelungen, die für jedes Mitgliedsland gelten und daher auch von den Anlagen erfüllt werden müssen. Jedes Gerät, das den Kriterien der EU entspricht, wird mit einem CE-Kennzeichen ausgestattet. Egal, ob es sich um einen komplexen Sondermaschinenbau handelt oder um eine simple Mausefalle, überall ist diese Kennzeichnung angebracht. Denn nicht nur bei den komplexen Anfertigungen, auch bei den einfachen Konstruktionen muss höchste Sicherheit vorhanden sein.

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